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Zecken als Krankheitsüberträger
Der Stich einer Zecke ist praktisch schmerzlos und wird daher in den seltensten Fällen wahrgenommen. Problematisch ist, dass Zecken mit ihrem Stich bzw. während des Blutsaugens auch Krankheitserreger übertragen können. Vielen Lesern dürften Begriffe wie Borreliose (Lyme Borreliose), Frühsommer-Meningoenzephalitis (also durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung) oder Ehrlichiose nicht ganz fremd sein. Alle diese Krankheiten werden durch den heimischen Holzbock übertragen und können für den Menschen gefährlich sein. Vor allem die Hirnhautentzündung wird als so gravierend eingestuft, dass das Bundesamt für Gesundheit die aufgetretenen Fälle erfasst und periodisch eine Karte erstellt, in welcher Regionen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko aufgeführt sind können mit dem Stichwort "Zeckenenzephalitis" Tabellen über aufgetretene Fälle und Karten mit den Verbreitungsgebieten abgerufen werden). Es soll hier jedoch nicht weiter auf diese Erkrankungen eingegangen werden, auch wenn Borreliose- und Ehrlichiose-Fälle beim Hund beschrieben wurden. Eine Krankheit, die bei den Hunden zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Babesiose ( Hundemalaria ). Bei den Babesien (für Hunde ist hauptsächlich Babesia canis von Bedeutung) handelt es sich um kleine einzellige Parasiten, welche von Zecken während ihrer Blutmahlzeit in die Wunde übertragen werden. Diese Einzeller dringen anschließend in rote Blutzellen ein und vermehren sich dort. Dabei gehen Blutzellen zugrunde, und es entstehen Entzündungs- und Abwehrreaktionen, welche für den Hund unangenehme Folgen haben können. Befallene Tiere zeigen meist unspezifische Krankheitssymptome wie Fieber, Blutarmut und Schwächezustände. Manchmal treten die Krankheitsbilder erst Jahre nach der Ansteckung auf, manchmal überhaupt nie. Vor noch nicht allzu langer Zeit galt diese Krankheit als typische "Reisekrankheit". Das heißt, Hunde, welche ferienhalber in Mittelmeerregionen mitgenommen wurden, erkrankten gelegentlich daran, nachdem sie von den dortigen Zecken gestochen wurden. Im Zusammenhang mit der Klimaveränderung, verbunden mit der verstärkten Reisetätigkeit, sind nun auch in der Schweiz Zeckenarten aufgetaucht, welche als Überträger der Hundebabesien gelten (der Holzbock gehört nicht dazu!). Glücklicherweise ist dies bisher nur in einem beschränkten Ausmaß geschehen, aber in Regionen milderen Klimas (z.B. Genferseegebiet oder Kanton Tessin) muss durchaus mit ihnen gerechnet werden. Ob die Braune Hundezecke (die sich in Häusern aufhalten kann!) auch in der Schweiz verantwortlich ist für die Übertragung von Babesien beim Hund, bleibt noch ungeklärt. Da die Behandlung der Babesiose mit recht starken Nebenwirkungen verbunden ist, empfiehlt es sich für Hundehalter, welche Reisen in Mittelmeerregionen unternehmen wollen, oder welche in vermuteten Verbreitungsbebieten der Überträgerzecken wohnen, ihre Tiere gegen diese Krankheit impfen zu lassen. Der Schutz hält jeweils für ein halbes Jahr an, was ungefähr der Aktivitätsspanne dieser Zecken während eines Jahres entspricht. Es gibt noch weitere Krankheitserreger, welche von Zecken übertragen werden können. Da deren Bedeutung in der Schweiz jedoch eher gering ist, soll an dieser Stelle nicht näher auf sie eingegangen werden.
Wie man Zecken entfernt und wie man ihnen vorbeugen kann
Die bei uns vorkommenden Schildzecken stecken zum Blutsaugen praktisch ihren ganzen Kopf (eigentlich besteht dieser nur aus Mundwerkzeugen) in die Haut ihres Opfers. Dazu ritzen sie mit scherenartigen, beweglichen Mundfortsätzen eine Wunde in die Haut ihres Opfers und stoßen einen tannzapfenähnlichen, mit Widerhaken versehenen Dorn, das sogenannte Hypostom, hinein. Um sich besser in der Wunde festhalten zu können, produzieren die Zecken eine Art "Zement", mit welchem das Hypostom zusätzlich verankert wird. Die ganze Anordnung ist darauf ausgelegt, dass sie mehrere Tage in der Wunde stecken bleibt. Früher wurde empfohlen, die Zecken mit Öl, Alkohol, Äther oder sonstigen Lösungen zu beträufeln, damit sie "loslassen". Aus obigen Ausführungen sollte nun aber klar sein, dass sie gar nicht loslassen können; sie sind gewissermaßen einzementiert. Das einzige, was man mit solchen Mitteln erreicht, ist, dass die Zecken erbrechen und ihren gesamten Magen- und Speicheldrüseninhalt in die Wunde ergießen. Somit werden auch mögliche Bakterien, Viren oder auch Babesien übertragen, und das ist genau das, was man eigentlich vermeiden möchte. Deshalb sollte auf solche Methoden verzichtet werden. Am besten wird die Zecke so hautnah wie möglich mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange erfasst, leicht hin und her gedreht um die Verankerung zu lockern (nicht "schrauben", denn es ist kein Gewinde vorhanden) und dann senkrecht herausgezogen. Ist dabei der Kopf steckengeblieben, kann es manchmal zu einer kleinen Entzündungsreaktion kommen. Wurde der restliche Zeckenkörper aber entfernt, besteht kaum Gefahr, dass Erreger von Zeckenkrankheiten noch übertragen werden können. Generell gilt, dass eine Zecke so früh wie möglich entfernt werden soll, denn die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Erregern ist kurz nach dem Stich noch gering und nimmt erst mit der Dauer der Blutaufnahme zu.
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