STYLE="margin: 0px;">

Läuse

Die Tierläuse (Phthiraptera), auch bekannt als Lauskerfe oder
Läuslinge, sind eine Insektenordnung innerhalb der Neuflügler
(Neoptera). Etwa 650 bis 1000 der 3500 Arten sind in
Mitteleuropa verbreitet, sie werden in der Regel 1 bis 6 mm
groß. Die Tiere der Gattung Laemobothrium erreichen eine
Gesamtlänge von 11 mm.

Beschreibung

Der Körper der Tierläuse ist in der Regel stark abgeflacht, der
Kopf meist vorstehend. In der Regel haben die Tiere stechend-
saugende Mundwerkzeuge, vor allem bei den Mallophaga sind
sie jedoch auch beißend. Die einzelnen Segmente der Brust
(Thorax) sind verwachsen und tragen keine Flügel, die relativ
kurzen Beine sind mit Klammermechanismen bestückt, damit
sich die Tiere am Wirt festhalten können.

Lebensweise

Alle Tierläuse leben als Ektoparasiten anVögel (Federlingen)
oder Säugetiere (echte Tierläuse undHaarlinge). Dabei sind die
meisten Arten mehr oder weniger spezifisch auf einem Wirt zu
finden, häufig bevölkern auch mehrere Arten denselben Wirt.
Ohne diesen Wirt sind sie meistens nur wenige Tage
lebensfähig. Die Übertragung erfolgt meist bei direkten
Körperkontakt oder über das Nest, bei der Kopflaus auch über
Kleidung.

Abstammung

Entgegen der bisherigen Lehrmeinung die von einem einzigen
Vorfahren der heute lebenden Tierlausarten ausgeht, konnte
ein internationales Forscherteam um Kevin Johnson die
Abstammung von zwei verschiedenen Urahnen nachweisen.
Die parasitischen Tierläuse entwickelten sich also trotz ihrer
großen morphologischen Ähnlichkeit im Laufe der Evolution
unabhängig voneinander zweimal. Die große Übereinstimmung
der parasitischen Körpermerkmale ist nach Meinung der
Wissenschaftler das Ergebnis der Anpassung an das Wirtstier,
jedoch kein Zeichen für die enge Verwandtschaft der Tiere
untereinander (siehe auch: Konvergenz).

Systematik

Innerhalb der Tierläuse werden vier Taxaunterschieden, die
hauptsächlich anhand der Mundwerkzeuge identifiziert werden
können. Gemeinhin werden die Amblyzera und die Ischnocera
in einem Taxon namens Mallophaga (Haarlinge und Federlinge)
zusammengefasst:

Amblycera

Die Tiere des Taxon Amblyzera ernähren sich vor allem von
keratinhaltigen Substanzen wie Haaren, Hautschuppen und
Federn. Sie leben im Fell von Säugetieren oder im Gefieder von
Vögeln. Wichtige Vertreter dieser Gruppe sind Gliricola porcelli,
welches aus Südamerika mit den Meerschweinchen
eingeschleppt wurde und an diesen parasitiert sowie die größte
Art der Tierläuse Laemobothrium atrum, der im Gefieder des
Blässhuhns lebt.

Ischnocera

Die Ischnocera ernähren sich wie die Amblycera von
keratinhaltigen Substanzen und kommen ebenfalls bei Vögeln
und Säugetieren vor. In diese Gruppe gehören der
Amselfederling (Philopterus merulae), der Hundehaarling
(Trichodectes canis), der den Gurkenbandwurm (Dipylidium
caninum) bei
Hunden überträgt und der Katzenhaaling (Felicola
subrostratus).

Rhynchophthirina

Bei den Rhynchophthirina ist der vordere Kopfbereich
rüsselartig verlängert und nach vorn ausgezogen. Dieses
Merkmal teilt die Art Elefantenlaus (Haematomyzus elephantis)
mit ihren Wirten, den Elefanten und Warzenschweinen.
 

Hundelaus
(Linognathus setosus)
weiblich

Anoplura Echte Tierläuse

Die Echten Tierläuse sindblutsaugende Insekten, die auf
Säugetieren leben. Sie besitzen keine Flügel und werden ein
bis sechs Millimeter groß. Ihre Eier, die so genannten Nissen,
kleben sie an den Haaren des Wirtes fest. Läuse sind zum Teil
Krankheitsüberträger. Etwa 400 Arten von Läusen sind
bekannt, in Mitteleuropa kommen etwa 20 vor.
In diese Gruppe gehören die bekanntesten Vertreter der Läuse,
die Menschenläuse (Pediculidae) wie die Filzlaus (Phthirus
pubis) und die beiden Unterarten der Menschenlaus, die
Kleiderlaus (Pediculus humanus humanus) und die Kopflaus
(Pediculus humanus capitis). Daneben existieren viele weitere
Arten, etwa die auf Seehunden lebende und entsprechend
salzwassertolerante Seehundelaus(Echinophthirius horridus)
und die Schweinelaus (Haematopinus suis)