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FCI Standard des Rottweilers

F.C.I.-Standard Nr. 147 / 19.06.2000 / D
Rottweiler

Ursprung:
Deutschland

Datum der Publikation des gültigen Orginalstandarts:
06.04.2000

Verwendung:
Begleit-, Dienst- und Gebrauchshund

Klassifikation FCI:
Gruppe II (Pinscher und Schnauzer, Molossoide,
Schweizer Sennenhunde und andere Rassen)
Sektion 2.1 Molossoide, Doggenartige Hunde
Mit Arbeitsprüfung

Allgemeines Erscheinungsbild:
Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund, weder plump noch leicht, nicht
hochläufig oder windig. Seine im richtigen Verhältnis stehende,
gedrungene und kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen.

Wichtige Maßverhältnisse (Proportionen):
Das Maß der Rumpflänge, gemessen von der Spitze des Brustbeins bis zum Sitzbeinhöcker,
sollte dasjenige der Widerristhöhe höchstens um 15 % überschreiten.

Verhalten / Charakter (Wesen):
Von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend,
ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung
verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert
mit hoher Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt.

Kopf:
Schädel:
Mittellang, zwischen den Ohren breit, in der Stirnlinie, seitlich gesehen,
mäßig gewölbt. Hinterhauptstachel gut entwickelt, ohne stark hervorzutreten.
Stopp:
Stirnabsatz ausgeprägt.
Nasenschwamm:
Nasenkuppe gut ausgebildet, eher breit als rund, mit verhältnismäßig großen Öffnungen,
stets von schwarzer Farbe.
Fang:
Er sollte im Verhältnis zum Oberkopf weder gestreckt noch verkürzt wirken.
Nasenrücken gerade, mit breitem Ansatz und mäßiger Verjüngung.
Lefzen:
Schwarz, fest anliegend, Lefzenwinkel geschlossen, Zahnleiste möglichst dunkel
Kiefer / Zähne: Kräftiger, breiter Ober- und Unterkiefer. Zähne stark und vollständig
(42 Zähne); die oberen Schneidezähne greifen scherenartig über die des Unterkiefers.
Backen:
Jochbogen ausgeprägt.
Augen:
Mittelgroß, mandelförmig, von tiefbrauner Farbe; Lider gut anliegend.
Ohren:
Mittelgroß, hängend, dreieckig, weit voneinanderstehend, hoch angesetzt.
Der Oberkopf erscheint bei nach vorn gelegten, gut anliegenden Ohren verbreitert.

Hals:
Kräftig, mäßig lang, gut bemuskelt, mit leicht gewölbter Nackenlinie,
trocken, ohne Wamme oder lose Kehlhaut.

Körper:
Rücken:
Gerade, kräftig, stramm.
Lenden:
 Kurz, kräftig und tief.
Kruppe:
Breit, von mittlerer Länge in leichter Rundung verlaufend, weder gerade
noch stark abfallend.
Brust:
Geräumig, breit und tief (ca. 50 % der Widerristhöhe), mit gut entwickelter
Vorbrust und gut gewölbten Rippen.
Bauch:
Flanken nicht aufgezogen.

Rute:
Naturbelassen, waagrecht in Verlängerung der Rückenlinie, im
Ruhezustand auch hängend.

Gliedmaßen:
Vorderhand:
Die Vorderläufe sind von vorn gesehen gerade und nicht eng gestellt.
Die Unterschenkel stehen, seitlich gesehen, gerade. Die Neigung des
Schulterblattes zur Waagerechten ist etwa 45 Grad. Schultern gut gelagert.
Oberarm gut am Rumpf anliegend. Unterarm: Kräftig entwickelt und bemuskelt.
Vordermittelfuß leicht federnd, kräftig, nicht steil.
Vorderpfoten rund, Zehen eng aneinanderliegend und gewölbt. Ballen hart.
Krallen kurz, schwarz und stark.
Hinterhand:
Von hinten gesehen sind die Hinterläufe gerade, nicht eng gestellt. Im
zwanglosen Stand bilden Oberschenkel zum Hüftbein, Oberschenkel zum
Unterschenkel und Unterschenkel zum Mittelfuß einen stumpfen Winkel.
Oberschenkel mäßig lang, breit und stark bemuskelt.
Unterschenkel lang, kräftig und breit bemuskelt, sehnig.
Sprunggelenk kraftvoll, gut gewinkelt, nicht steil.
Hinterpfoten etwas länger als die Vorderpfoten; Zehen stark, ebenso eng
aneinanderliegend, gewölbt.

GANGWERK:
Der Rottweiler ist ein Traber. Der Rücken bleibt fest und relativ ruhig. Der
Ablauf der Bewegung ist harmonisch, sicher, kraftvoll und ungehemmt,
bei guter Schrittweite.

Haut:
Die Kopfhaut liegt überall straff an und darf bei hoher Aufmerksamkeit
leichte Stirnfalten bilden.
Haarkleid:
Haar:
Bestehend aus Deckhaar und Unterwolle = Stockhaar. Deckhaar mittellang,
derb, dicht und straff anliegend; die Unterwolle soll nicht aus dem
Deckhaar hervortreten. An den Hinterläufen ist die Behaarung etwas länger.
Farbe:
Schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen (Brand) von satter, rotbrauner
Färbung an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über
den Augen und unter der Rutenwurzel.

Größe und Gewicht:
Widerristhöhe:
Für Rüden 61 bis 68 cm.
61 bis 62 cm klein 63 bis 64 cm mittelgroß, 65 bis 66 cm groß,
67 bis 68 cm sehr groß.
Gewicht: ca. 50 kg
Widerristhöhe:
Für Hündinnen 56 bis 63 cm.
56 bis 57 cm klein 58 bis 59 cm mittelgroß, 60 bis 61 cm groß,
62 bis 63 cm sehr groß
Gewicht: ca. 42 kg

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
Gesamtbild:
Leichte, windige, hochläufige Gesamterscheinung; schwache Knochen
und Muskeln.
Kopf:
Jagdhundkopf; schmaler, leichter, zu kurzer, langer, plumper Kopf;
flache Stirnpartie (fehlender oder zu geringer Stop).
Fang:
Langer oder spitzer Fang, Ramsnase (konvexer) oder eingesunkener
(konkaver) Nasenrücken; abfallender Nasenrücken (Adlernase); helle
oder gefleckte Nasenkuppe.
Lefzen:
Nicht straff schließende, rosafarbene oder fleckige Lefzen, offener
Lefzenwinkel.
Kiefer:
Schmaler Unterkiefer.
Gebiss:
Zangengebiss
Backen:
Stark hervortretend.
Augen:
Helle, tiefliegende, zu volle sowie runde Augen; schlaffe Augenlider.
Ohren:
Zu tief angesetzte, schwere, lange, schlappe, zurückgeklappte sowie
abstehende und ungleichmäßig getragene Ohren.
Hals:
Zu langer, dünner, schwach bemuskelter Hals; Wamme oder zu lose
Kehlhaut.
Körper:
Zu lang, zu kurz, schmal.
Rücken:
Zu langer, schwacher oder eingesenkter Rücken, Karpfenrücken.
Kruppe:
Abschüssige Kruppe, zu kurz, zu gerade oder zu lang.
Brust:
Flachgerippter Brustkorb, tonnenförmige Brust, Schnürbrust.
Rute:
Zu hoch oder zu tief angesetzte Rute.
Vordergliedmaßen:
Eng gestellte oder nicht gerade Vorderläufe; steile Schulter; fehlender
oder mangelnder Ellenbogenanschluss, zu langer, zu kurzer oder steiler Oberarm,
weicher oder steiler Vordermittelfuß; Spreizpfoten; zu flache oder zu stark gewölbte
Zehen, verkümmerte Zehen; helle Krallen.
Hintergliedmaßen:
Flachschenkelige, hackenenge, kuhhessige oder fassbeinige Läufe, zu
eng oder zu weit gewinkelte Gelenke; Afterkrallen.
Haut:
Kopfhaut faltig.
Haar:
 Weiches, zu kurzes oder langes Haar, Wellhaar; Fehlen der
Unterwolle.
Haarfarbe:
Missfarbene, unklar abgegrenzte, zu ausgedehnte Abzeichen.

Ausschließende Fehler:
Allgemeines:
Betonte Umkehrung des Geschlechtsgepräges (Hündinnentyp bei Rüden
und umgekehrt).
Gebiss:
Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss; Hunde mit fehlendem Incisivus (Schneidezahn),
Caninus (Eckzahn), Prämolar oder Molar (Backenzähne).
Augen:
Entropium, Ektropium, gelbe Augen, verschiedenfarbige Augen.
Rute:
Knickrute, eingerollte, stark seitlich zur Rückenlinie getragene Rute
Haar:
Ausgesprochen lang- und wellhaarige Tiere.
Haarfarbe:
Farbe des Haarkleides abweichend von den für den Rottweiler
standardgemäßen Farben schwarz mit braunen Abzeichen, weiße Flecken.
Verhalten:
Ängstliche, scheue, feige, schussscheue, bösartige, übertrieben
misstrauische, nervöse Tiere.
Hoden:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Hodensack befinden.